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Wird Europa das Schächten verbieten?

Das Tier ohne Betäubung zu schlachten ist eine der Grundvoraussetzungen für eine halal Schlachtung. Bisher war dies in teilen Belgiens in den Niederlanden und in Polen möglich. Der belgische Verfassungsgericht hat beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) angefragt, ob das Schächtverbot mit den europäischen Grundrechten vereinbar ist. Die Verhandlungen laufen.

Muslime und Juden arbeiten für die Erhaltung der Religionsfreiheit in Europa zusammen. Beiden Religionsvertretern ist dabei klar, dass es bei der Kampfansage der Politiker nicht um den Tierschutz geht. Während in Europa die Massentierhaltung noch der Normalfall ist und in vielen weiteren Bereichen dem Tierschutz keinerlei Beachtung geschenkt wird, möchte man auf der anderen Seite den Juden und Muslimen die Ausübung ihrer Religion verbieten. Offensichtlich ist dabei, dass religiöse Praktiken gestoppt werden sollen. Um Tierschutz kann es, wie folgende Beispiele zeigen, nicht gehen.

Einige Beispiele für den gescheiterten Tierschutz in Europa

Kücken Schreddern

In Deutschland werden jährlich 45 Millionen Kücken getötet. Warum? Weil sie männlich sind und in der Eierproduktion nicht zu gebrauchen sind. Sie sind nichts als ein Kostenfaktor und müssen daher vernichtet werden.

Stierkämpfe

Beim Stierkampf quält der Matador den Stier bis er stirbt. Ein Kampf dauer ca. 20 Minuten. Der Matador reizt das Tier mit einem roten Tuch. Dazu werden sog. Lanzen in den Nacken des Tieres gestochen um es zu Schwächen. Anschließend bekommt es auch sog. Banderillas in den Nacken gestochen. Die verwundete Nacken- und Schultermuskulatur zwingen den Stier zum Absenken des Kopfes. Das Tier kann sich danach kaum wehren und wird durch den Matador getötet.Wie kann es sein, dass zum Spaß in Europa 10000 Stiere pro Jahr qualvoll sterben? Wie kann es sein, dass Muslime für das Schächten zum Opferfest kritisiert werden?

Ferkel Kastration ohne Betäubung

Männlichen Schweine entwickeln für den Verzehr einen unangenehmen Geruch. Es ist daher notwendig, dass männliche Ferkel kastriert werden. Dabei werden Ferkel bis zum 8.Lebenstag ohne Betäubung kastriert. Ab Anfang 2021 wird dieses Verfahren gesetzlich untersagt.

Anbindehaltung

Die Anbindehaltung von Kühen ist eine extrem qualvolle Art der Tierhaltung. Dabei werden die Tiere das ganze Jahr über an einer Schnur angebuden, sodass sie sich kaum bewegen können. Die Tiere leiden psychisch als auch körperlich darunter. Diese Form der Haltung ist absolut legal in Deutschland.

Jagd

In Deutschland werden mehrere Millionen Tiere durch die Jagd getötet. Darunter fallen nicht nur Tiere die durchaus verzehrt werden, sondern auch Katzen und Hunde. Da man bei der Jagd nicht sicherstellen kann, ob das Tier tot oder verletzt ist, kann dies auch mit heftigen Qualen verbunden sein.

Das Quälen der Tiere ist im Islam strengstens verboten. Die folgende Überlieferung zeig uns wie wichtig der gute Umgang mit Tieren ist:

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:“Während ein Mann unterwegs war, spürte er starken Durst. Er kletterte in einen Wasserbrunnen hinab und trank daraus. Als er wieder draußen war, sah er einen Hund, dessen Zunge heraushing und vor starkem Durst den Sand fraß. Der Mann sagte zu sich: »Der Hund wurde vom starken Durst genauso befallen wie ich.« Er füllte dann seinen Schuh mit Wasser, hielt diesen mit seinem Mund fest, kletterte hinauf und tränkte den Hund damit, da dankte ihm Allah dafür und vergab ihm (seine Sünden). “Die Leute sagten: »O Gesandter Allahs, erhalten wir auch einen Lohn (von Allah) wegen der Tiere? « Der Prophet erwiderte: »Wegen jedem Lebewesen gibt es Lohn! «” (Buhari)

Aus diesem und vielen weiteren Gründen ist es falsch das Schächten in Europa zu verbieten. Wir glauben an einen Schöpfer, der alle Lebewesen erschaffen hat und sie besser kennt, als sie sich selbst kennen. Wir hoffen, dass die Schächtung erlaubt wird oder zumindest teilweise erlaubt bleibt und halten euch am Laufenden.

https://www.dw.com/de/kommentar-bleibt-sch%C3%A4chten-erlaubt-weckruf-f%C3%BCr-die-religionsfreiheit-in-europa/a-54081868

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